To Know Your Mind, Pay Close Attention To It

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Um deine Seele zu erkennen, ist große Aufmerksamkeit erforderlich

Gewisse seltene und wunderbare Erfahrungen sind möglich. Aber mehr braucht es nicht, um “Spiritualität” (der unvermeidliche Begriff für dieses Projekt der Selbsttranszendenz) ernst zu nehmen. […]

Gedankenverloren verbringen wir unsere Leben. Das Gefühl, das wir “ich” nennen - das Empfinden, ein Subjekt innerhalb eines Körpers zu sein - ist nichts anderes als zu denken, ohne zu wissen, dass wir denken. Sobald man den Bann des Denkens wahrhaftig bricht, erkennt man das Bewusstsein zwischen den Gedanken, also vor dem Aufkommen des nächsten Gedankens. Und das Bewusstsein fühlt sich nicht an, wie ein Selbst. Es fühlt sich nicht an wie “ich.” In der Tat ist das Gefühl, ein Selbst zu sein, bloß eine weitere Erscheinung des Bewusstseins (wie könnte man es sonst fühlen?). […]
Ich behaupte, dass sich Spiritualität nicht auf irgendwelche glaubensbasierte Annahmen darüber, was außerhalb unserer Erfahrungswelt existiert, stützen muss. Zudem entspringt sie dem selben Geist ehrlicher Forschung wie die Wissenschaft selbst.

Das Bewusstsein existiert (wie auch immer dessen Beziehung zur physischen Welt tatsächlich aussieht) und in ihm liegt die experimentelle Grundlage sowohl für das untersuchte, als auch für das nicht untersuchte Leben. Wenn man in diesem Augenblick das Bewusstsein sich selbst zuwendet, dann stellt man fest, dass der Geist dazu tendiert, in Gedanken abzuschweifen. Wenn man die Gedanken selbst genau unter die Lupe nimmt, merkt man, dass sie ständig im Entstehen und Vergehen begriffen sind. Wenn man nach dem Denker dieser Gedanken sucht, wird man nicht fündig. Und dieses Gefühl von - “Wovon bitteschön spricht Harris hier? Ich bin der Denker!” - ist bloß ein weiterer Gedanke, der im Bewusstsein entsteht.

Wenn man das Bewusstsein immer wieder auf diese Weise sich selbst zuwendet, erkennt man, dass das Gefühl ein Selbst zu sein verschwindet. Diese Form der Untersuchung hat nichts (spezifisch oder religiös) buddhistisches an sich, und es ist in keinster Weise nötig, an etwas zu glauben, für das es ungenügend Beweise gibt. Man muss bloß die folgende Prämisse annehmen: Wenn man wissen möchte, wie der eigene Geist wirklich ist, dann ist es ratsam, ihm viel Aufmerksamkeit zu schenken.


Über den Autor: Auszug aus einem NY Times Interview mit Sam Harris, einem amerikanischen Autor, Philosophen und Neurowissenschaftler.
Übersetzung: Manuel Lendorfer


Fragen zur Reflexion: Wie findest du die Vorstellung, dass das Gefühl, ein Selbst zu sein, nur eine andere Erscheinungsform im Bewusstsein ist? Kannst du eine persönliche Geschichte aus einer Zeit erzählen, in der du ein Bewusstsein hattest, das sich nicht wie ein Selbst anfühlte? Was hilft dir immer wieder, das Bewusstsein auf sich selbst zu lenken?
Seed Questions for Reflection

How do you relate to the notion that the feeling of being a self is just another appearance in consciousness? Can you share a personal story of a time you were of consciousness that did not feel like a self? What helps you repeatedly turn consciousness upon itself?

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4 Past Reflections
SR
steve rogers
Feb 6, 2020
I have been trying to understand my mind for a long time and I think this post has something that I could take away form it. And I got something while searching the world of macsales and it provides apple products like iPhones. Here you can get more about it.
JP
Aug 11, 2017

Consciousness is self-transcendental. It is nether subject nor object. It is beyond subject and object.We cannot know it by our mind. And when we try to know it by our mind, it becomes a thought...

SU
Aug 8, 2017

I relate: Adopt thoughtlessness & practice mindfulness. Impermanence is the only permeance. Thoughts are bodily-connected with self while consciousness is just soul without any self.Kabir said the path to God(soul) is so narrow that only one can exist either I or HE.Meditation on such mindset and "AMAR ATMA HAI MARANSHEEL KAYA, SABHI PRANIYO KE HAI BHITAR JO SAMAYA" helps indeed.

DD
Aug 6, 2017

 My ego is just another transitory appearance in consciousness.  My true self, my essence, is eternal consciousness expressed as me.  I've had some moments in meditation when I felt amorphous, part of all that is, bigger than my usual sense of self -- that was my real self and I relish that state of awareness.  For me, turning consciousness upon itself means being conscious of my consciousness which happens for moments at a time as thoughts do constantly intrude.  What helps me turn consciousness upon itself is practice -- practice putting aside or letting go of my thoughts and being conscious without content.