Thoughts Are Just Thoughts


Image of the WeekGedanken sind nur Gedanken
-von Dilgo Khyentse Rinpoche

Was wir normalerweise als Verstand bezeichnen, ist der verblendete Geist, ein turbulenter Gedankenwirbel, der von Anhaftung, Ärger und Unwissenheit aufgewühlt wird. Dieser Verstand wird, im Gegensatz zum erleuchteten Gewahrsein, immer von einer Verblendung nach der anderen fortgetragen. Gedanken des Hasses oder der Anhaftung tauchen plötzlich und ohne Vorwarnung auf, ausgelöst durch Umstände wie eine unerwartete Begegnung mit einem Feind oder einem Freund, und wenn sie nicht sofort mit dem richtigen Gegenmittel überwältigt werden, schlagen sie schnell Wurzeln und breiten sich aus, verstärken die gewöhnte Vorherrschaft von Hass oder Anhaftung im Verstand und fügen immer mehr karmische Muster hinzu.

Doch so stark diese Gedanken auch erscheinen mögen, sie sind nur Gedanken und werden sich schließlich wieder in Leere auflösen. Sobald man die eigentliche Natur des Verstandes erkannt hat, können einen diese Gedanken, die ständig aufzutauchen und zu verschwinden scheinen, nicht mehr täuschen. So wie sich Wolken bilden, für eine Weile bestehen bleiben und sich dann wieder in den leeren Himmel auflösen, so entstehen verblendete Gedanken, verbleiben für eine Weile und verschwinden dann in der Leere des Verstandes; in Wirklichkeit ist überhaupt nichts passiert.

Wenn das Sonnenlicht auf einen Kristall fällt, erscheinen Lichter in allen Farben des Regenbogens; doch sie haben keine Substanz, die man erfassen könnte. Genauso sind alle Gedanken in ihrer unendlichen Vielfalt - Hingabe, Mitgefühl, Schädlichkeit, Verlangen - völlig ohne Substanz. Es gibt keinen Gedanken, der etwas anderes ist als Leere; wenn du die leere Natur der Gedanken in dem Moment erkennst, in dem sie entstehen, werden sie sich auflösen. Anhaftung und Hass werden niemals in der Lage sein, den Verstand zu stören. Verblendete Emotionen werden von selbst zusammenbrechen. Es werden sich keine negativen Handlungen ansammeln, also wird auch kein Leiden folgen.

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Grundlegende Fragen zum Nachdenken: Was halten Sie von der Vorstellung, dass Gedanken wie Hingabe, Mitgefühl oder Schädlichkeit "völlig substanzlos" sind und sich "schließlich wieder in Leere auflösen"? Können Sie eine persönliche Geschichte erzählen, in der sich ein Gedanke, der sich schwierig anfühlte, auflöste und keine Spuren hinterließ? Wie tragen Sie der flüchtigen Natur der Gedanken bei Ihren Entscheidungen Rechnung?

Aus dem Buch The Heart Treasure of the Enlightened Ones, übersetzt von der Padmakara Translation Group.



 

from the book The Heart Treasure of the Enlightened Onestranslated by Padmakara Translation Group.


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